Wohnanlage Marktgasse

Wohnen
ZEIT 2005
ORT Wien

Die besonderen Qualitäten des Bauplatzes sind die Ruhe der Einbahnstraße, der sich zu der gegenüberliegenden Grünzone aufweitende Straßenraum und die Beschaulichkeit des großzügigen Innenhofs. Zusätzlicher Freiraum bietet der nah gelegene Liechtentaler Park und die Barocken Gärten des Palais Liechtensteins. Diese Naturflächen sind Thema für die Erdgeschoßzone, die den privaten mit dem städtischen Grünraum verwebt. Skulpturale Körper bilden eine interessante Abfolge von offenen und geschlossenen Flächen und schaffen einen fließenden Raum mit interessanten Sichtverbindungen und Blickachsen, der sowohl Erschließung ist als auch Kommunikation und Begegnung ermöglicht. Im Innenhof wird der Grünraum als gemeinschaftlich genutzte Terrasse in die dritte Dimension entwickelt. Er lässt als erhöhte Plattform nicht nur den eigenen sondern den gesamten Hof des Blocks erlebbar werden.

Die skulptural aufgelöste Erdgeschoßzone bildet einen zurücktretenden Sockelbereich für die darüberliegende sanft ausschwingende Straßenfassade. Diese nimmt das Naturmotiv des gegenüberliegenden Freiraums auf und entwickelt daraus ein abstrahiertes Bild. Ein klarer, fröhlicher Akzent für die schmale Marktgasse. die Hofseitige Fassade löst sich in seitlich gelagerten Loggien auf. Ein Spiel von durchsichtigen und undurchsichtigen Brüstungselementen löst die Symmetrie auf. Die Erdgeschoßzone entwickelt sich fingerförmig in den Hof.

Die Wohnungsgrundrisse sind durch klare Geometrie bestimmt. Raumbildende Funktionswände schaffen ein freies, ungestörtes Wohngefühl. Durchwohnen bedeutet alle Tageszeiten im eigenen Wohnraum zu erleben. Der zentrale, freistehende Küchenblock lädt zum kochen mit Freu(n)den ein.
Die kompakten Sanitärkerne sind Voraussetzung für eine loftartige Nutzung, ermöglichen aber gleichzeitig eine präzise Trennung zwischen Privaträumen und der offenen Wohnzone.

TEAM

Gabriel Kacerovsky, Christine Müller-Zarl, Theda Meyer, Elke Kronsteiner