Hotel Schani

Hotels
ZEIT 2013 – 2015 ORT Wien

Im neu entstehenden Quartier Belvedere um den neuen Hauptbahnhof Wien steht das Hotel Schani. Das Haus ist eine moderne Übersetzung des Wiener Stils, ein Ort für Begenungen, Freizeit und Arbeiten. In Zusammenarbeit mit PKF Hotelexperts sowie dem Frauenhofer IAO werden Innovationen und neue Ansätze im Bereich der Arbeits- und Wohnwelt des Hotels umgesetzt; mobiles Check-In und Check-Out inklusive. Ein Co-Workingspace im Anschluss an die Hotellobby ergänzt den innovativen und zukunftsträchtigen Ansatz des Hotels. Die Zimmer bieten trotz der kompakten Ausmaße ein sehr großzügiges Raumgefühl – dies wird durch die offene Badgestaltung im Zimmer unterstützt. In der obersten Etage Etage wurde mit den doppelgeschossigen Studiozimmern ein ungewöhnlicher Zimmertyp entwickelt. Auf der gleichen Grundfläche, wie die Standardzimmer wurde eine hochliegende Schlafebene eingezogen und damit ein zusätzlicher Wohnraum geschaffen mit der Option bis zu vier Personen gemütlich unter zu bringen. Darüber hinaus gibt es fünf „leading edge“ Zimmer. Das sind Standardzimmer die mit zusätzlichen Technikkomponenten und Sensoren ausgestattet wurden um für Forschungsprojekte des Frauenhofer IAO genutzt werden zu können.

Das Design soll den Ort und seine Stimmung widerspiegeln – moderne Reisende wollen in der Stadt an dem Ort ankommen wohin sie gereist sind. Diese emotionale und regionale Dimension haben wir von Anfang an in unseren Entwurf integriert. Die Fassade trägt stirnseitig eine Interpretation des berühmten Wiener Geflechts aus Metall, welches von Michael Thonet bereits Mitte des 19.Jahrhunderts für seine Bugholzstühle in Wien entwickelt wurde. Die Zimmer und öffentlichen Bereiche spielen mit Tradition und Moderne. Wiener Gemütlichkeit und findet hier mit einem Augenzwinkern statt und wird durch die lässige Interpretation der Architektur und des Interiors entstaubt in die Gegenwart gebracht. Das Thema des Kaffeehauses der Jahrhundertwende zieht sich als roter Faden durch die Räume – wir haben beispielsweise die Bugholzlehnen auf die Zimmersofas gesetzt, Kaffeehaustische in den Fenstern kombiniert mit zeitgenössischen Polstermöbeln erzeugen eine anregende Spannung. Das Greissler-Regal (Wiener Tante-Emma Laden) gegenüber dem Eingang in der Lobby zitiert eine weitere Wiener Besonderheit, ebenso die Abwandlungen traditioneller Wiener Zementfliesen als Gangteppich sowie an der Rückwand des Frühstücksbuffets das am Abend durch eine Messing-Schiebewand verschlossen werden kann.

Die Bar dient als zentrale Anlaufstelle für Gäste auch als Rezeption sowie Self Check-In . Über der Bar schwebt eine Wiener Stuckdecke, noch unausgepackt in ihrer Transportkiste die vom Wiener Künstler Oskar Kubinecz ausgestaltet wurde. Sperrholz und lackierte Installationsrohre bilden zusammen mit ausgesuchten Stoffen und Messing einen ungewöhnlichen Mix der dem eigenständigen Charakter des Interiors noch verstärkt. Neben der Architektur wurden fast alle Möbel der Lobby und Zimmer von uns entworfen und mit passenden Einzel- und Fundstücken ergänzt.

Ziel der Konzeption war von Anfang an die bereits im August 2014 erreichte Green building Zertifizierung. Das Projekt zeigt daß Individualität trotz ambitionierter Zeit- und Budgetvorgaben in einem nachhaltigen, ökonomischen und designorientierten Produkt umgesetzt werden kann.

TEAM

Gabriel Kacerovsky, Andreas Schicht, Ivona Dumitrescu, Robert Leitner, Manuel Ortner